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VOX
Schwerhörigenzentrum Wien

Mund- & Nasenschutzmasken problematisch für Schwerhörige

Mund- & Nasenschutzmasken sind auf Grund der Corona-Pandemiebekämpfung Tagesthema & eine kommunikative Herausforderung für Schwerhörige. Daher gibt es eine klare ÖSB/VOX-Forderung an das "Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege & Konsumentenschutz":

 

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Mundschutzmaske-(c)amazon.de

MASKENPFLICHT & SCHWERHÖRIGKEIT = KOMMUNIKATIONSBARRIERE
Wir haben viele Fragen zum Thema Corona-Bekämpfung und Mund-/Nasenschutzmasken in Zusammenhang mit Schwerhörigkeit erhalten. Das Tragen dieser Masken ist aber nicht unumstritten, und die Wirkung des Tragens von Masken wie aktuell gehandhabt wird von vielen Gesundheitsexpert/innen massiv kritisiert! Viele Betroffene haben aber Angst, dass sie durch den Mundnasenschutz große Schwierigkeiten in der direkten Kommunikation im öffentlichen Bereich bekommen. Zum Verstehen sind Menschen mit Hörminderung auch auf Mimik und das Mundbild angewiesen. Kommunikation im öffentlichen Raum führt somit für Schwerhörige zu extremen Problemen, Herausforderungen und Belastungen.

FORDERUNG DER BERÜCKSICHTIGUNG DER BEDÜRFNISSE HÖRBEHINDERTER IN MINISTERIUMSVERORDNUNGEN
Fakt ist aber auch, dauert die Pandemie noch Monate, muss es hier dennoch Möglichkeiten geben, dass der hörende Gesprächspartner bei Einhaltung des Mindestabstandes von 1,5 m ohne Maske mit einer hörbehinderten Person spricht. Denn es ist wohl kaum vorstellbar, dass hörbehinderte Menschen über Monate von der interpersonalen Kommunikation ausgeschlossen werden!
Der ÖSB fordert daher das "Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege & Konsumentenschutz" auf, in Verordnungen klar auch auf die Bedürfnisse hörbehinderter Menschen einzugehen, was bislang nicht der Fall ist! Ein Schreiben ans Gesundheitsministerium ist in Ausarbeitung und wird in den nächsten Tagen auch hier als Download abrufbar sein!

TIPPS FÜR UMGANG MIT MASKENPFLICHT ALS SCHWERHÖRIGE/R
Wenn Schwerhörige derzeit auf Kommunikation angewiesen sind, so empfehlen wir unseren schwerhörigen Mitgliedern und Klient/innen eigeninitiativ schriftliche Kärtchen oder Blätter mitzuführen, die auf den Umstand"Ich bin schwerhörig und brauche zum Verstehen auch das Mundbild"hinweisen. Es tauchte auch die Frage auf, ob man sich als Schwerhörige/r "strafbar" macht, wenn man das Gegenüber bittet den Mundschutz kurz abzunehmen. Wir sagen ganz klar NEIN! Bitte lassen Sie sich nicht verunsichern, denn der/die Schwerhörige selbst kann ja die Maske im Falle von dringend notwendiger Kommunikation trotzdem tragen und der hörende Gesprächspartner kann diese unter Einhaltung des Mindestabstandes (1,5m) ja für die Dauer des Gesprächs kurz abnehmen. Ein pragmatischer Umgang damit ist hier gefragt und angesagt!

ÖSB-ZEITSCHRIFT SPRACH-R-OHR (Ausg.2/2020) MIT SPEZIALBEITRÄGEN ZU "CORONA & CO" AB JUNI 2020 ERHÄLTLICH!
Die Juniausgabe 2020 von Sprach-R-ohr, unserer österreichweit erscheinenden Schwerhörigenzeitschrift wird sich ausführlich der "Maskenthematik im Zusammenhang mit Schwerhörigkeit" und generell den Auswirkungen der Corona-Krise auch auf die Schwerhörigenarbeit in Österreich widmen.
*ÖSB/VOX (c)5.2020-update